Forum › Potsdamer Konferenz › Geschichte › Orderly and Humane › Antwort auf: Orderly and Humane
Hi Kautschuk, gerade die Berufung auf die Nachkriegsordnung beantwortet die eigentliche Frage nicht. Wenn Vertreibung, Enteignung und die dauerhafte Verwehrung der Rückkehr Unrecht darstellen, dann werden diese Handlungen nicht dadurch rechtmäßig, dass die politischen Sieger später entsprechende Verträge schließen.
Bei anderen historischen oder aktuellen Vertreibungen wird regelmäßig betont, dass Eigentumsrechte fortbestehen und die Opfer Anspruch auf Rückgabe oder Entschädigung haben. Weshalb sollte für die deutschen Vertriebenen etwas anderes gelten? Auch der Hinweis auf den Zeitablauf überzeugt nicht, denn schwere Menschenrechtsverletzungen verlieren nicht ihren Charakter als Unrecht, nur weil Jahrzehnte vergangen sind.
Wer von universellen Menschenrechten spricht, sollte deshalb dieselben Maßstäbe auf alle Betroffenen anwenden – auch auf die deutschen Heimatvertriebenen und ihre Nachkommen.