Forum › Historisches Ostdeutschland (in den Grenzen von 1937) › Schlesien › Volksabstimmung in Oberschlesien › Antwort auf: Volksabstimmung in Oberschlesien
Hallo Frodo,
danke für die Recherche. Bemerkenswert finde ich zweierlei:
1. Das IKRK beschreibt ausdrücklich eine „schwierige Lage deutscher Zivilisten“. D.h. die Passage bestätigt, dass sich Teile der deutschen Zivilbevölkerung in Oberschlesien 1921 offenbar in einer humanitären Notlage befanden:
- mangelnder Zugang zu Lebensmitteln,
- Gefährdung von Frauen, Kindern, Kranken und alten Menschen,
- Notwendigkeit organisierter Evakuierungen.
Das spricht dafür, dass die Gewalt- und Drucksituation keineswegs bloße spätere Propaganda war.
Das IKRK formuliert zugleich sehr zurückhaltend, in einer nüchternen, entpolitisierten Sprache, was typisch für das Rote Kreuz ist. Das IKRK vermeidet Schuldzuweisungen und nationale Polemik.
Gerade deshalb wirkt m.E. die Aussage historisch relativ belastbar. Wenn selbst eine traditionell vorsichtige internationale Organisation von der schwierigen Lage deutscher Zivilisten spricht und Evakuierungen organisiert, deutet das auf reale Gefahren und erhebliche Spannungen hin.