Aktuelles rund um die Potsdamer Konferenz

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Die Nemesis von Potsdam – Standardwerk zur Potsdamer Konferenz

“Nemesis von Potsdam” handelt von der Rache und Willkür, die mit Ende des Zweiten Weltkriegs dem besiegten Deutschland entgegenschlug. “Nemesis” ist in der griechischen Mythologie die Göttin des „gerechten Zorns“. Sie symbolisiert die “Rachegottheit”. Dieses Buch des renommierten Historiker und Juristen Alfred M. de Zayas stellt ein unverzichtbares Standardwerk zur Potsdamer Konferenz dar.

Alfred Maurice de Zayas

Alfred Maurice de Zayas

Die Nemesis von Potsdam. Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen, 14. erweiterte Ausgabe, Herbig, München, 2005.

“Alfred de Zayas … schildert so genau wie eindringlich das tragische Schicksal von Millionen, die in einer dramatischen Aussiedlung aus Osteuropa in den Westen vertrieben wurden… Freilich hat sich das Außenministerium der Vereinigten Staaten für Menschlichkeit ausgesprochen, aber seine Stimme war zur Zeit der Vertreibungen nicht laut genug… Nicht viele Amerikaner stellten sich die brutale Vertreibung von vielleicht sechzehn Millionen Menschen vor.”
Aus dem Vorwort von Botschafter Robert Murphy, amerikanischer Teilnehmer an der Potsdamer Konferenz; ehemaliger politischer Berater von Eisenhower und Clay.

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: “Von tiefstem Ernst und bohrender Gründlichkeit

DIE ZEIT: “…in der Beweisführung von bestechender Präzision.”

ARD-REPORT: “…das wichtigste Buch über die Vertreibung der Deutschen”

Die Neue Zürcher Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 23.02.2006:

Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als logische Konsequenz der Hitlerschen Verbrechen zu bezeichnen, “kann nicht befriedigen, wenn man die Komplexität der Gründe und des Geschehens um die Vertreibung der Deutschen verstehen will. Man muss das Eigengewicht der Ziele der Gegenmächte in Ost wie in West mit einbeziehen.” Dies unternimmt inzwischen in der 14. deutschsprachigen Auflage der Amerikaner Alfred de Zayas, der während mehr als zwei Jahrzehnten in leitender Stellung in UNO-Menschenrechtsgremien tätig war. Dass er sich seit der Erstfassung (1977) an der Rechtsstellung von Individuen orientiert und Vorstellungen einer Aufrechnung kollektiver Schuld eine Absage erteilt, macht die Stärke des Buches aus. Denn er ist nicht nur promovierter Historiker, sondern auch promovierter Jurist. Das Völkerrecht verbietet bekanntlich Kollektivstrafen.
In minuziöser Quellenarbeit zeigt de Zayas, dass in Polen und der Tschechoslowakei schon lange vor dem Krieg die Absicht gehegt wurde, die dort wohnhaften Deutschen aus ihrer rund 700-jährigen Heimat zu vertreiben. Beide Staaten missachteten ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen zum Schutz von Minderheiten. Der von de Zayas als Rassist demaskierte Beneš verstand es dann ab den frühen 1940er Jahren, den späteren Siegermächten die Politik der Vertreibung der Deutschen als Preis für Frieden und Stabilität zu verkaufen. Die Ostmächte wussten dieses Programm in den Verhandlungen über die Nachkriegsordung (vor allem in Potsdam) gegenüber den Westmächten geschickt durchzusetzen. Letztere begnügten sich mit der Forderung nach einem “humanen” Vorgehen. Auf diese “humane” Weise wurden 15 Millionen Deutsche vertrieben, wobei 2 Millionen – größtenteils an Hunger – starben. Das Elend der Flüchtlinge betraf vor allem Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Der Völkerrechtler Felix Ermacora qualifiziert diese Vertreibungen als Genozid.
Man verharmlost die Verbrechen der Nazis kein bisschen, wenn man nicht akzeptieren will, dass sie dazu dienen sollen, Völkerrechtsverbrechen zu legitimieren, die zudem bis heute größtenteil weder moralisch anerkannt noch juristisch aufgearbeitet sind. De Zayas erkennt darin einen Präzedenzfall für spätere Vertreibungen in Palästina, Zypern, Bosnien oder Kosovo. Sein engagiertes Wirken gegen solche “Kriegsstrategien” hat bedeutenden Anteil daran, dass sich das Recht auf Heimat in den letzten Jahren als fundamentales Menschenrecht etablieren konnte.
Patrick Sutter, Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2006

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