Péter Esterházy erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Der Stiftungsrat Friedenspreis des Deutschen Buchhandels hat den ungarischen Schriftsteller Péter Esterházy zum Träger des Friedenspreises 2004 gewählt. Die Verleihung fand während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 10. Oktober 2004, in der Paulskirche statt.
Esterházy stammt aus einer der bekanntesten ungarischen Adelsfamilien. Nach der kommunistischen Machtübernahme verlor seine Familie ihren Besitz und wurde politisch ausgegrenzt. Diese Erfahrung prägte sein Werk nachhaltig. Er studierte zunächst Mathematik und arbeitete einige Jahre als Informatiker, bevor er Schriftsteller wurde.
Der Stiftungsrat hebt besonders hervor, dass Esterházy die Erfahrungen von Terror, Gewalt, Schuld und Erinnerung literarisch verarbeitet habe. In der Begründung heißt es, er habe die „Verstrickungen und die prototypische Schuld der Menschen des geschichtsmächtigen alten Kontinents“ in Literatur verwandelt und dabei einen ungewöhnlichen Ton zwischen Trauer und Ironie gefunden.
Die Jury sieht in ihm einen Autor, der Europa nicht politisch, sondern literarisch neu zusammendenke. Besonders hervorgehoben wird sein Mut, unangenehme Wahrheiten offen anzusprechen.
In seiner Dankesrede stellte Esterházy fest:
Die Deutschen haben ihre eigenen Vergehen beim Namen genannt, die eigenen Leiden haben sie nicht beim Namen genannt. Die eigenen Missetaten durch deutsche Missetaten zu verdecken, ist eine europäische Gewohnheit.Péter Esterházy1)Friedenspreis des deutschen Buchhandels – URL: http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de – abgerufen am 27.01.2015
Quellen
| ↑1 | Friedenspreis des deutschen Buchhandels – URL: http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de – abgerufen am 27.01.2015 |
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