30 Jahre Brückenschlag in die alte Heimat

Ein schlesischer Brückebauer zwischen Deutschen und Polen feierte in seiner Heimatstadt Landeshut (seit 1945: Kamienna Góra) sein 45. Priesterjubiläum. Pfarrer i.R. Wolfgang Gottstein wurde als kleiner Junge mit Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit anderen Millionen Deutscher aus dem historischen Ostdeutschland vertrieben.

Am 1. Juli 2007 feierte Pfarrer i. R. Konsistorialrat a. D. Wolfgang Gottstein aus Stuttgart sein 45. Priesterjubiläum in Landeshut in Schlesien (heute: Kamienna Góra).1)Fotos von der Jubiläumsfeier aus der Taufkirche St. Petrus und Paulus in Landeshut, URL: http://www.mbrkg.parafia.info.pl/?p=main&what=34&PHPSESSID=528142284b6b96f3ff0503cfccaabbfc – abgerufen am 05.07.2007

Seit über 30 Jahren schlägt nun schon Pfr. Gottstein Brücken in seine alte Heimat, aus der er zusammen mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Brüdern 1946 gewaltsam vertrieben wurde.

Dabei trifft er sich nicht nur mit seinen polnischen Amtsbrüdern, die ihn zwischenzeitlich schätzen und lieben gelernt haben, sondern z. B. auch mit dem Deutschen Freundschaftskreis in Waldenburg (Wałbrzych)2)Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft in Waldenburg, URL: http://www.ntkswroclaw.vdg.pl/de/deutsch-minderheit-in-polen/deutsche-sozial-kulturelle-gesellschaft-in-waldenburg

Den ersten Brückenschlag unternahm Pfr. Gottstein 1970, als er Pfarrer von St. Hedwig in Stuttgart-Möhringen war. Zusammen mit dieser Suttgarter Gemeinde stiftete er den Salvatorianern in Trebnitz (Trzebnica), etwas nördlich von Breslau – dort befindet sich das Grab der Hl. Hedwig von Schlesien – ein Auto. Das musste damals noch ein „Ostauto“ sein. 1976 konnte Pfr. Gottstein schließlich – aufgrund einer Einladung der Salvatorianer – zum ersten Mal wieder nach Schlesien reisen.

Während dieses ersten Besuches traf Pfr. Gottstein auch auf Henryk Kardinal Gulbinowicz, damals Erzbischof von Breslau / Wrocław, der ihn noch für zusätzliche drei Tage in seine bischöfliche Residenz in Breslau einlud.

Übrigens: Landeshut ist nicht nur der Geburtsort von Pfr. Wolfgang Gottstein (Jahrgang 1935), sondern auch von Carl Gotthard Langhans (1732-1808), einem preußischen Architekten und Baumeister, dessen bekanntestes Werk das Brandenburger Tor in Berlin ist.

Quellen   [ + ]

1. Fotos von der Jubiläumsfeier aus der Taufkirche St. Petrus und Paulus in Landeshut, URL: http://www.mbrkg.parafia.info.pl/?p=main&what=34&PHPSESSID=528142284b6b96f3ff0503cfccaabbfc – abgerufen am 05.07.2007
2. Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft in Waldenburg, URL: http://www.ntkswroclaw.vdg.pl/de/deutsch-minderheit-in-polen/deutsche-sozial-kulturelle-gesellschaft-in-waldenburg
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