Ungarn protestieren gegen Beneš-Dekrete

Ungarn in aller Welt rufen am 19. und am 22. April zu Protestkundgebungen gegen die Beneš-Dekrete auf. Der Anlaß: Am 20. September 2007 hat das Parlament der Slowakei die Beneš-Dekrete für unantastbar erklärt. Der internationale Aufschrei gegen diesen ungeheuerlichen Vorgang blieb aus, klagen die ungarischen Initiatoren der globalen Protestaktion.

In einem Aufruf zu den Protesten heißt es wörtlich:

In welchem Europa, in was für einer Demokratie wollen wir leben? Welchen Weg geht diese Union? Werden nur noch politische und wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen, ist unsere Demokratie zur Beute von Parteien und Bürokratien geworden? Werden die Vertriebenen, Beraubten, Vergewaltigten und Ermordeten einem Konsens geopfert, der alle Schuld den Verlierern zuschreibt?

Zu Recht seien nationalsozialistische Verbrecher verurteilt worden, doch sei die Verurteilung der Untaten des Kommunismus bis heute ausgeblieben. Es blieben auch ungesühnt die nationalistisch motivierten Verbrechen von Siegervölkern und solcher wie der Slowaken, die erst im letzten Augeblick die Seiten wechselten! Weiter heißt es in dem Aufruf:

Wenn die Tschechische Republik und die Slowakei – als Mitglieder der EU – die Unantastbarkeit der Beneš-Dekrete wirklich durchsetzen, dann wird die Kollektivbestrafung überwiegend unschuldiger Menschen auch in Zukunft ein erlaubtes Verfahren innerhalb einer demokratischen Gesellschaft bleiben. Wenn wir schweigen, wird es heißen, Sudetendeutsche, Karpatendeutsche und Ungarn hätten ihre Schuld durch Schweigen eingestanden! Wollen wir das den Opfern, wollen wir das unseren Kindern antun? Nein und nochmals Nein!

Am 19. April 2008, um 11.00 Uhr, werden vor der slowakischen Botschaft in Wien, 1190 Armbrustergasse 24, vor dem Slowakischen Konsulat in München, Vollmannstraße 25 d, und vor slowakischen Vertretungen in der ganzen Welt – sogar in Australien – Protestkundgebungen stattfinden. Am 22. April um 11.00 Uhr wird in Straßburg vor dem Europaparlamentsgebäude, ebenfalls begleitet von einer Demonstration, Vertretern des Europaparlaments eine Petition, mit jetzt schon mehreren tausend Unterschriften, übergeben. In der Petition werden die Aufhebung der Beneš-Dekrete und die Eigentumsrückgabe gefordert.

Quelle:
Sudetenpost Folge 8, 2008 (PDF)
URL: http://www.ostdeutsches-forum.net/aktuelles/2008/PDF/Sudetenpost-20080417-A3.pdf

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