Erika Steinbach im Videochat

Erika Steinbach wird morgen im tagesschau-Videochat sich den Fragen der „tagesschau-User“ stellen. Die Beantwortung ausgewählter Fragen durch die BdV-Vorsitzende kann im Livestream mitverfolgt werden. Bereits jetzt sammelt tagesschau.de Beiträge, die sie nach Themengebieten zusammenstellt. Jeder Benutzer kann selbst seine Anliegen formulieren, über deren Relevanz dann alle anderen Benutzer abstimmen können.

Welche Frage würden Sie gerne einmal der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, stellen?
Morgen Abend um 19 Uhr haben Sie die Gelegenheit im „Videochat“ von tagesschau.de (in Zusammenarbeit mit politik-online.de) die erneut in die Schlagzeilen geratene CDU-Politikerin das zu fragen, was Ihnen unter den Nägeln brennt. Beim live tagesschau-Videochat bestimmen die User das Programm und stellen den Gästen ihre Fragen…1)tagesschau-Videochat mit Erika Steinbach – http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/videochatarchiv100.html
Gesichtet, gefiltert und ausgewählt werden selbstverständlich alle Beiträge letztlich von den tagesschau-Moderatoren. Auf einer eigenen Internetseite von tagesschau-Videochat können Sie jedoch vorab Ihre Anfragen formulieren und sie verschiedenen Themengebieten zuordnen. Sie können auch über von anderen Benutzern formulierte Fragen abstimmen.

Momentan rangiert an erster Stelle der „Erika-Steinbach-Fragen-Hitliste“ ein Beitrag, der immer wieder als Argument für die „Rechtslastigkeit“ der BdV-Vorsitzenden, der am 5. August diesen Jahres der Bayrische Verdienstorden (die höchste Auszeichnung des Freistaates Bayern) verliehen wurde2)Erika Steinbach erhält den Bayrischen Verdienstorden, URL: http://erika-steinbach.de/index.php?option=com_content&task=view&id=258&Itemid=105, genannt wird:

„Warum haben sie im Bundestag gegen eine Anerkennung der polnischen Staatsgrenzen gestimmt?“

Diese Frage, obgleich inhaltlich falsch, zeugt durchaus von einem allgemeinen Interesse. Viele weitere auf tagesschau-Videochat gestellte Fragen sind dahingegend überwiegend niveaulos und offenbaren eine deutliche Ignoranz zu dem Thema „Vertreibung“ insgesamt, wie z.B. folgender Beitrag, der aktuell auf „Platz 2“ rangiert:

„Wie lang ist man Vertriebener? Meine Vorfahren wurden vor 1500 Jahren aus Bayern vertrieben. Ich muss heute in Hessen leben. Bin ich Vertriebener?“

Der Fragesteller ist entweder dumm oder intellektuell unredlich – oder beides. Insgesamt sind viele Beiträge so ziemlich überflüssig und dienen wohl hauptsächlich der Stimmungsmache gegen Erika Steinbach. Ein lesenswertes Interview mit ihr hat das Cicero-Magazin (November 2009) geführt, zu den wichtigsten Themen, wie z.B. die angebliche Ablehnung der Oder-Neiße-Grenze:

Viel wird daran festgemacht, dass Sie 1991 gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze gestimmt haben. Wenn Sie zurückschauen: Hätten Sie erwartet, dass Ihr Abstimmungsverhalten so weitreichende Folgen hat – und hätten Sie möglicherweise anders gehandelt?

Erika Steinbach antwortet:

Ich sehe nur, dass immer neue Argumente gegen meine Person ersonnen werden und irgendwann merken diejenigen, die sie benutzen, dass ihr Schwert stumpf ist. Zunächst hieß es, ich sei keine richtige Vertriebene, sei in Rahmel geboren als Kind eines Wehrmachtssoldaten. Dann fiel dem einen oder anderen ein, dass unser Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der in Polen stets sehr ehrenhaft empfangen wird, am 1. September 1939 als Wehrmachtsoffizier in Polen einmarschiert ist, sodass die Argumentation gegen mich nicht stimmig ist. Dann wurde herausgezogen, dass ich gegen die Oder-Neiße-Grenze gestimmt habe. Wie will man in Zukunft argumentieren angesichts der Tatsache, dass der Bundesverkehrsminister, der grenzüberschreitende Autobahnprojekte zu verhandeln hat, ebenso abgestimmt hat wie ich. Alle, die damals so abstimmten, haben übrigens als Erklärung abgegeben, dass wir durchaus eine Festlegung der Grenze akzeptieren, dass wir aber gleichzeitig für die Erledigung aller ungelösten Fragen plädieren. Wenn man das damals gemacht hätte, hätten wir einige Probleme weniger. Dann gäbe es heute weder die preußische noch die polnische Treuhand, dann hätten mit der Eigentumsfrage nicht immer wieder die ärgsten Befürchtungen geweckt werden können.Erika Steinbach im Cicero-Magazin, November 20093)Interview mit Erika Steinbach im Cicero-Magazin, November 2009 – http://www.cicero.de/kol_print.php?ress_id=21&item=11001

Ein weiteres Interview hat Bild.de mit Erika Steinbach geführt. Bild.de stellt fest, dass bislang noch kein deutscher Außenminister an den Massengräbern der Opfer von Flucht und Vertreibung auch nur einen Kranz niedergelegt hat. Steinbach unterstreicht, dass bei der menschlichen Anteilnahme deutscher Politiker etwas in Deutschland nicht stimmen würde.4)Bild.de, URL: http://www.bild.de/BILD/politik/2009/11/13/erika-steinbach/hier-antwortet-sie-guido-westerwelle.html

Quellen und weiteführende Hinweise:

Quellen   [ + ]

1. tagesschau-Videochat mit Erika Steinbach – http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/videochatarchiv100.html
2. Erika Steinbach erhält den Bayrischen Verdienstorden, URL: http://erika-steinbach.de/index.php?option=com_content&task=view&id=258&Itemid=105
3. Interview mit Erika Steinbach im Cicero-Magazin, November 2009 – http://www.cicero.de/kol_print.php?ress_id=21&item=11001
4. Bild.de, URL: http://www.bild.de/BILD/politik/2009/11/13/erika-steinbach/hier-antwortet-sie-guido-westerwelle.html
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