Keine Mogelpackung!

Am 30./31. Mai 2009 feierte die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Augsburg den „60 Sudetendeutschen Tag“. Redner bei der Hauptkundgebung am Pfingstsonntag waren u.a. Bernd Posselt MdEP, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, und Horst Seehofer, Bayerischer Ministerpräsident und damit Schirmherr der Sudetendeutschen Volksgruppe. Beide ließen kein Zweifel daran, dass es nach über 60 Jahren endlich an der Zeit ist für einen zentralen Gedenkort der Heimatvertriebenen in Deutschland. In einem Europa der Völker und Volksgruppen, Staaten und Regionen, ein Kontinent des Friedens und der Sicherheit, könne es kein Platz mehr geben für Vertreibungs- und Enteignungsdekrete…

60. Sudetendeutscher Tag
60. Sudetendeutscher Tag1)Sudetendeutsche Landsmannschaft

Bernd Posselt betonte, dass es eine der großen Aufgaben der Heimatvertriebenen ist, dass Geschichte wahrheitsgemäß dokumentiert wird, damit die Vertriebenen nicht auch noch aus der Geschichte vertrieben werden. Wenn dies mit dem Zentrum gegen Vertreibungen nicht möglich ist, würde die Sudetendeutsche Landsmannschaft eigene Wege gehen, drohte der Europaabgeordnete erneut.

Deshalb brauchen wir, liebe Erika Steinbach, das Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin. Aber das darf keine Mogelpackung sein. Und wenn nicht Steinbach draufsteht und nicht Steinbach drin ist, dann werden wir dieses Museum nicht akzeptieren und etwas Eigenes gestalten.Bernd Posselt MdEP

Der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer verurteilte mit klaren Worten die persönlichen Angriffe gegenüber der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach und auch er betonte das demokratische Recht des BdV, selbst zu entscheiden, wen der Verband in den Stiftungsrat entsenden wird.

Bayern stand von Anfang an zu diesem Projekt und an der Seite von Frau Steinbach. Ich sage auch hier ganz klar: Es ist in einem demokratischen Staat ganz selbstverständlich, dass ein Verband wie der BdV selbst auswählen kann, wen er in den Stiftungsrat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ entsendet. Hier hat sich weder Polen, noch haben sich die Parteien einzumischen.Horst Seehofer, Ministerpräsident

Anerkennend hob Bernd Posselt hervor, dass in Tschechien vermehrt versöhnliche Töne gegenüber den Sudetendeutschen zu hören seien und die Bereitschaft wachse, die Vertreibung und die damit verbundenen Gräueltaten aufzuarbeiten. Selbst der tschechische Außenminister Karl Schwarzenberg habe in Aussig erklärt, dass es nicht nur ein Lidice gegeben habe, sondern auch auch ein Postelberg, wo junge Sudetendeutsche massakriert worden waren.

Horst Seehofer kündete an, dass er zusammen mit einer sudetendeutschen Abordnung nächstes Jahr zu Vaclav Klaus nach Prag reisen wird, um dem tschechischen Ministerpräsidenten noch einmal ins Gewissen zu reden. Es sei sein fester Wille, den Dialog zwischen Bayern und Tschechien und den Sudetendeutschen
zu fördern, versprach abschließend der Schirmherr der sudetendeutschen Volksgruppe in Bayern.

Posselt, der auch Präsident der Paneuropa-Union Deutschland ist, versprach, sich im Europäischen Parlament in Straßburg verstärkt dafür einzusetzen, dass endlich ein „europäisches Volksgruppenrecht und ein international kodifiziertes und auch strafgerichtlich sanktioniertes Vertreibungsverbot“ beschlossen wird.

Zu diesen politischen Aussagen gehört, dass wir keinesfalls akzeptieren, dass nach wie vor rassistische Unrechtsdekrete in Kraft sind, die ganze Volksgruppen wie „Deutsche, Magyaren und Verräter“ – so heißt es wörtlich in den entsprechenden Beneš-Dekreten – als Ganzes stigmatisieren und diskreditieren. Diese Unrechtsdekrete müssen weg… Und wir bleiben dabei. Wir lockern unseren Druck nicht. Wir rasten und ruhen nicht, bis dieses Unrecht, das kein Unrecht der Vergangenheit ist, sondern ein fortbestehendes, überwunden ist.Bernd Posselt MdEP

Weiterführende Hinweise:
Potsblits: [cref sudetendeutscher-tag-2008]

Quellen   [ + ]

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