Studie zur NS-Vergangenheit

Eine vom Bund der Vertriebenen 2007 in Auftrag gegebene Studie über die NS-Vergangenheit des Gründungspräsidiums des BdV belegt, dass vom Nationalsozialismus geprägtes Gedankengut oder extremistische Strömungen keinen Eingang in die Verbandspolitik des BdV gefunden hatten.

Zwar ist es nicht abzustreiten, dass einige Mitglieder des Gründungspräsidiums des BdV eine „braune Vergangenheit“ hatten. Doch in welcher größeren Organisation in der Bundesrepublik Deutschland auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene sollte das in Folge der radikalen Gleichschaltungspolitik der Nationalsozialisten anders gewesen sein?

Erika Steinbach betont, dass in der Bundesrepublik „quer durch alle Gesellschaftsschichten, alle Ebenen der Wirtschaft, Verwaltung, Justiz, Medien und Politik ehemalige Mitglieder der NSDAP Einfluss hatten“. (Pressemitteilung zu den nun veröffentlichten Ergebenissen der vom Institut für Zeitgeschichte herausgegebenen Studie „Funktionäre mit Vergangenheit“1)Studie zur NS-Vergangenheit des Gründungspräsidiums des BdV, URL: http://bund-der-vertriebenen.de/presse/index.php3?id=1303 – abgerufen am 22.11.2012

Selbst in der DDR sah es nicht besser aus, auch wenn dieses stalinistische Mörderregime die eigenen „dunklen Flecken“ gerne unter den Teppich kehrte:

Noch 1958 war ein Drittel der Mitarbeiter in der DDR-Verwaltung ehemals Mitglied der NSDAP und selbst die SED hatte 1949 noch 25 Prozent ehemalige NSDAP-Mitglieder in ihren Reihen.Erika Steinbach

Für den Bund der Vertriebenen ist jedoch als besondere Ausnahme der Christdemokrat Herbert Czaja (1914-1997) hervorzuheben. Herbert Czaja führte 24 Jahre lang den BdV an (von 1970 bis 1994). Er stand erwiesenermaßen in Opposition zum nationalsozialistischen Regime und hatte sich geweigert, der NSDAP beizutreten.

Quellen   [ + ]

1. Studie zur NS-Vergangenheit des Gründungspräsidiums des BdV, URL: http://bund-der-vertriebenen.de/presse/index.php3?id=1303 – abgerufen am 22.11.2012
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