Niemals wieder Dresden! Niemals wieder Hiroshima!

Vor 62 Jahren, in der Nacht vom 13. auf 14. Februar 1945, bombardierten anglo-amerikanische Bomber Dresden, eine Stadt ohne militärische Bedeutung, weltberühmt für seine alten Kirchen und schöne Barockarchitektur – ein allgemeines Erbe der Menschheit.

Mehr als 100.000 Zivilisten kamen ums Leben, einschließlich zahlreiche Schlesier, Ostpreußen und Pommern, die, um dem Ansturm der Roten Armee zu entkommen, in den Westen nach Sachsen geflohen waren. Ebenso kamen alliierte Kriegsgefangene um, die in der Stadt einquartiert waren. Die exakte Zahl der Opfer wird niemals sicher sein, da doch die meisten Körper durch den Feuersturm zu Asche reduziert wurden.

Gemäß 1945 anwendbarem, internationalem Gesetz, war die Flächenbombardierung von Bevölkerungszentren illegal. Auf dem Hintergrund, dass das Bombardieren von deutschen Bevölkerungszentren durch die Alliierten während des Zweiten Weltkrieges geschätzterweise 600.000 deutsche Zivilpersonen tötete, kann es keine Zweifel geben, dass solches wahllose Bombardieren, speziell von Hamburg, Dresden, Kassel und das militärisch sinnlose Bombardieren von Würzburg und Potsdam in den Endtagen des Krieges, sowohl Kriegsverbrechen als auch Verbrechen gegen die Menschheit bedingen. Der Tod von Zivilisten war kein „Kollateralschaden“ – er war beabsichtigt.

Bei den „Godkin-Vorlesungen“ 1960 an der Harvard Universität sprach der britische Physiker C. P. Snow mit Missbilligung über das Treffen der britischen Regierung 1942, bei dem ein Papier von Lord Cherwell verabschiedet wurde, das das so genannten „strategische Bombardieren“ Deutschlands betraf. Diese „Strategie“ bedeutete die Aufgabe der Politik nur militärische Objekte, die schwer zu finden und zu treffen waren, ins Visier zu nehmen, sondern nun auch wahllos die Zivilbevölkerung und ihre Häuser zu zerstören (C.P. Snow, Science and Government, Harvard University Press, 1961, 47-53). Snows Warnungen sind heute ebenso gültig wie 1960, als er in der akademische Welt einen zu Selbstkritik führenden Schock verursachte. Wie Victor Gollancz war auch Snow besorgt über „Unsere bedrohten Werte“ („Our threatened values“). Konnten wir einen Feind wegen seiner Methoden bekämpfen und dann selbst dieselben Methoden anwenden?

Internationales Recht gilt für alle Parteien eines bewaffneten Konfliktes gleichermaßen, ungeachtet wer den Krieg begonnen hatte. Die Hager und die Genfer Konvention wurden von Staaten – allesamt potentielle Aggressoren – in Zeiten des Friedens in Kraft gesetzt, mit der Absicht, die Schrecken des Krieges zu begrenzen, insbesondere für die Zivilbevölkerung. Diese Konventionen wurden nicht formuliert, um irgendeiner Seite einen Vorteil zu verschaffen. Diese Konventionen erlauben keine Ungleichbehandlung zwischen den Zivilisten der kriegsteilnehmenden Länder. In gleicher Weise sind die Menschenrechts-Gesetze unzweideutig in Hinblick auf das allumfassende Prinzip der Gleichheit: Ungleichbehandlung der Opfer ist nicht erlaubt. Ein deutsches Opfer teilt dieselbe Würde wie französische, polnische, tschechische, britische, amerikanische, jüdische oder russische Opfer.

In diesem Sinne muss das Prinzip der Kollektivschuld als unmoralisch und unvereinbar mit den Regeln des Gesetzes aufgegeben werden. Schuld und Unschuld sind individuelle, nicht kollektive Phänomene. Die allgemeine Würde aller Menschen erfordert das Zurückweisen unseriöser Annäherungen an den Tod, einschließlich der gefühllosen Stellungnahmen einiger Journalisten, „die Deutschen würden es nicht anders verdienen“. Solche Äußerungen sind rassistisch und unanständig. Niemand verdient es bei lebendigem Leibe verbrannt zu werden. Niemand verdient es in einem Terrorangriff auf Zivilisten oder Flüchtlinge zu sterben.

Wir schulden es allen Opfern, dass wir ihr Leiden würdigen und die Wurzeln dafür verdammen – den Aggressionskrieg. Die Deutschen stehen als Aggressoren nicht alleine in der Geschichte. Leider gab es zahlreiche Aggressoren vor 1939 und einige mehr nach 1945. Die Staatsführer, die Aggressionskriege geplant und durchgeführt haben, verdienen härteste Bestrafung.

Wir schulden Respekt und Mitgefühl der Millionen Opfer von wahllosem Luftkrieg in Vietnam, Laos, Kambodscha, Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Israel, Libanon, etc. Im Namen der Menschllichkeit und in fortwährender Erinnerung an die Toten von Dresden, müssen wir jegliche Bombardierung von Zivilisten verurteilen und den zukünftigen Mord von Frauen und Kinder durch Streubomben und abgereicherte Uranbomben verhindern. Wir sind zutiefst alarmiert durch das undenkbare Szenario eines Nuklearschlages gegen Iran und sagen:

Niemals wieder Dresden! Niemals wieder Hiroshima!1)Deutsche Weltallianz – abgerufen am 7.02.2007 – Nichtauthorisierte Übersetzung von Potsblits

Quellen   [ + ]

1. Deutsche Weltallianz – abgerufen am 7.02.2007 – Nichtauthorisierte Übersetzung von Potsblits
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