Europäische Union der Vertriebenen gegründet

Anfang Dezember 2007 ist in Triest in Norditalien nach letzten Beratungen mit der Unterzeichnung der Ratifizierungsurkunde die Europäische Union der Flüchtlinge und Vertriebenen (EUFV) gegründet worden. Einig sind sich die Mitgliederverbände aus ganz Europa und Übersee, dass die Ursachen für alle Vertreibungen im Nationalismus und Rassismus liegen.

Bereits Ende März 2007 hatte der italienische Vertriebenenverband „Unione Degli Istriani“ die Vertriebenenverbände aus den anderen europäischen Ländern eingeladen, um gemeinsame Ziele und Positionen zu besprechen.

Gekommen waren fast alle. So konnte der Präsident der italienischen Vertriebenen, Dr. Massimiliano Lacota, selbst mit 32 Jahren zu der Enkelgeneration zählend, Delegationen aus Finnland, Estland, Deutschland, Österreich, Italien, Zypern und Griechenland neben einigen kleineren Opferverbänden begrüßen. Für die Armenier nahm der Vorsitzende des Zentralrats der Armenier in Deutschland teil. Mit der Landsmannschaft Ostpreußen, der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Landsmannschaft Schlesien waren die drei größten Landsmannschaften vertreten, deren Heimatgebiete mit ca. 11 Millionen Menschen den weitaus größten Anteil unter den Vertriebenen stellen.Rudi Pawelka, Landsmannschaft Schlesien

In dem Kongress herrschte Einvernehmen darüber, dass die Ursachen für alle Vertreibungen im Nationalismus und Rassismus liegen.

Die EUFW tritt u. a. dafür ein, dass alle, insbesondere die für Flucht, Vertreibung und Deportation in Europa verantwortlichen Staaten und Institutionen, das begangene Unrecht im Sinne des internationalen Menschen- und Völkerrechts anerkennen, wieder gut machen, die dabei begangenen Verbrechen verurteilen und die Rückkehr ermöglichen.1)Unione Europea degli Esuli e degli Espulsi (UESE) – http://www.uese.eu – abgerufen am 13.12.2007]

Sie fordert, dass auf der Grundlage des internationalen Menschen- und Völkerrechts die Rechte und Interessen der vertriebenen, geflüchteten und deportierten Völker und Volksgruppen auf allen Ebenen gewährleistet werden, einschließlich ihrer Rehabilitierung.
Die Leugnung oder Verharmlosung der Verbrechen, die gegen die Betroffenen begangen wurden beziehungsweise noch werden, sollen verurteilt werden.
Ein europäischer Gedenktag zu Ehren und zum Gedenken an die vielen Millionen Vertriebenen, Flüchtlinge und Deportierten, die in den letzten 100 Jahren ihrer angestammten Heimat in Europa beraubt wurden, soll eingerichtet werden.

Zum Präsidenten der Generalversammlung bestimmten die Delegierten Wilhelm von Gottberg, Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen und BdV-Vizepräsident. Dr. Massimiliano Lacota, Präsident der Unione Degli Istriani wurde zum Generalsekretär und Peter Ludwig, Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich zum stellvertretenden Generalsekretär gewählt. Sitz des Verbandes ist Triest.

Quellen   [ + ]

1. Unione Europea degli Esuli e degli Espulsi (UESE) – http://www.uese.eu – abgerufen am 13.12.2007
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