Anstößig

Über den Protest von (sozialdemokratischen) Politikern gegen eine Mitarbeit von Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und CDU- Bundestagsabgeordnete, in den Gremien des von der Bundesregierung geplanten Dokumentationszentrums über Vertreibungen schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

Die Stelle des Deutschlandbeauftragten der polnischen Regierung wurde zwei Jahre lang von einem Professor eingenommen, der seine vornehmste Aufgabe darin sah, Zwietracht zu säen und Polen unablässig vor Deutschland zu warnen. Darüber hat sich kein deutscher Politiker öffentlich beschwert. Nebenbei durfte dieser Mann, Mariusz Muszynski, sogar an der Spitze einer Stiftung stehen, die das Wort „polnisch-deutsche Aussöhnung“ im Namen trägt. Auch daran nahm niemand Anstoß. Nun aber finden sozialdemokratische Politiker den Gedanken unerträglich, dass die Vertriebenenvorsitzende Steinbach (CDU) im Beirat einer halbstaatlichen Dokumentationsstelle über die Vertreibungen sitzen soll. Polnischen und tschechischen Partnern, die an der Konzipierung des „sichtbaren Zeichens“ beteiligt werden sollen, wäre diese Personalie nicht vermittelbar, sagen sie. Das muss sie auch nicht sein. Die von persönlicher Abneigung geprägten Einsprüche können kein Kriterium für die Nichtberufung in ein Gremium sein, das nur dank der Initiative von Frau Steinbach überhaupt ins Leben gerufen wird. Dt.

Quelle:

  • „Glosse Politik“, Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) vom 31.10.2007, Ausgabe Nr. 253 / Seite 12

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