Deutsch-tschechisches Versöhnungsforum in Iglau

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete gestern über das 11. „Iglauer Gespräch“ in Iglau (Jihlava) in Tschechien, das alljährlich von der sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde und der tschechischen Bernard-Bolzano-Stiftung zu Beginn der Karwoche organisiert wird.

Dieses Mal wurde dieses deutsch-tschechischen Versöhnungsforum in Iglau auf dem Hintergrund „10 Jahre deutsch-tschechoslowakischer Nachbarschaftsvertrag von 1992“ durchgeführt.1)FAZ, Karl-Peter Schwarz, Der Provokateur in der ersten Reihe, 25.03.2002

Petr Uhl, einer der prominentesten Linksintellektuellen in Tschechien, widersprach der unter tschechischen Politikern weit verbreitete Auffassung, die Vertreibung der Sudetendeutschen sei eine „unvermeidliche“ Konsequenz der vorangegangenen Verbrechen des Nationalsozialismus gewesen.

Uhl warnte davor, am Mythos der „Unveränderlichkeit der europäischen Nachkriegsordnung“ festzuhalten. Die bloße Existenz der EU – und damit die Überwindung der Blöcke in Europa – hätten dies widerlegt.

Ebenso wie Petr Uhl, so forderte auch der Chefredakteur der Zeitschrift „Listy“, Václav Zak, eine politische Distanzierung von den Benes-Dekreten und die Beseitigung national diskriminierender Elemente aus der gültigen tschechischen Rechtsordnung.

Quellen   [ + ]

1. FAZ, Karl-Peter Schwarz, Der Provokateur in der ersten Reihe, 25.03.2002
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