60. Wallfahrt zum Schönenberg

Am Sonntag, den 1. Juni 2008 fand zum 60. Mal die Wallfahrt der katholischen deutschen Heimatvertriebenen im Südwesten Deutschlands statt. Zu diesem Anlass feierte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst eine Eucharistiefeier mit den Gläubigen. Die Sozialministerin Baden-Württembergs, Dr. Monika Stolz, hielt eine Glaubenskundgebung.

Schlesische Trachtengruppe
Schlesische Trachtengruppe
(Foto: Potsblits

Zum 60. Mal seit dem Zweiten Weltkrieg kamen Christen der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf dem Schönenberg bei Ellwangen zusammen, um in Erinnerung an die damaligen Vertreibungen ein Zeichen der Versöhnung, des Friedens und der Völkerverständigung zu setzen. Bischof Gebhard Fürst bestätigte den Teilnehmern der Vertriebenen-Wallfahrt: „Sie bauen aus christlichem Geist wirksam mit am neuen Haus Europas.“

Die Heimatvertriebenen hätten trotz der Erfahrungen von Vertreibung, Verlust der Heimat und anfänglichen Ressentiments in der neuen Heimat seit vielen Jahren ein Zeichen für Versöhnung und Partnerschaft gesetzt. Ihnen sei ein „Brückenschlag in die neue Zeit gelungen“ und sie hätten „kontinuierlich und überzeugend für ein friedliches und versöhntes Miteinander im heutigen Europa gearbeitet“.

Die Heimatvertriebenen hätten die Diözese Rottenburg-Stuttgart durch ihren Glauben, Traditionen und Brauchtum bereichert. Der Oberhirte forderte die Heimatvertriebenen auf, ihren Glauben und ihr lebendiges christliches Leben auch in das zusammenwachsende Europa einzubringen. Offene Grenzen und die gemeinsame Währung alleine könnten nicht die Zukunft Europas garantieren. Nötig sei vor allem ein Glaube, der auf Fels gebaut ist und eine Liebe aus dem Glauben.

In ihrer Glaubenskundgebung gestand auch die Sozialministerin Baden-Württembergs, Dr. Monika Stolz, ein, dass die meisten Christen sich schwer tun würden, ihren Glauben öffentlich zur Sprache zu bringen. Ausgehend vom Fall des Eisernen Vorhangs und den grausamen Jugoslawienkriege Ende des 20. Jh. sprach sich die Ministerin für Völkerverständigung und Toleranz aus. Stolz ging auf die Charta der Heimatvertriebenen ein und befürwortete das Vorhaben der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen für eine Dokumentations- und Begegnungsstätte in Berlin.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von dem jungen, slowakischen Chor „Rozkvet“ aus Priewitz und der Sing- und Spielschar der Böhmerwäldler aus Ellwangen gestaltet.

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