60 Jahre „Speech of Hope“ im Staatstheater in Stuttgart

Am 4. Oktober 2006 fanden in Stuttgart im Staatstheater Feierlichkeiten anlässlich des 60. Jahrestags der „Rede der Hoffnung“ von US-Außenminister James F. Byrnes statt. Byrnes hatte in dieser „Stuttgarter Rede“ betont, dass auf der Potsdamer Konferenz das historische Ostdeutschland lediglich unter polnische Verwaltung gestellt wurde. Die deutsch-polnische Grenze ist damit noch nicht festgelegt.

Ausschnitt aus der Rede der Hoffnung von US-Außenminister James F. Byrnes (1879 – 1972) im September 1946 in Stuttgart:

Was Schlesien und andere ostdeutsche Gebiete anbetrifft, so fand die zu Verwaltungszwecken erfolgte Übergabe dieses Gebietes durch Russland an Polen vor der Potsdamer Zusammenkunft statt. Die Staatsoberhäupter stimmten zu, dass Schlesien und andere ostdeutsche Gebiete bis zur endgültigen Festlegung der polnischen Westgrenze durch den polnischen Staat verwaltet und zu diesem Zwecke nicht als Teil der russischen Besatzungszone in Deutschland angesehen werden sollten. Wie aus dem Protokoll der Potsdamer Konferenz hervorgeht, einigten sich die Staatsoberhäupter jedoch nicht dahingehend, die Abtretung eines bestimmten Gebietes zu unterstützen.US-Außenminister James F. Byrnes1)Stuttgarter Rede von US-Außenminister James F. Byrnes

Damit machte der US-Außenminister noch einmal deutlich, dass die Alliierten in Potsdam keine Abtrennung von Schlesien etc. von Deutschland beschlossen hatten und somit auch keine Vertreibung der Bevölkerung aus diesen Gebieten.

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Öttinger, hob in seiner Rede hervor, dass die „speech of hope“ einen Neubeginn im deutsch-amerikanischen Verhältnis markierte: „Statt Resignation und Reparation, Aufbau und Hilfe für Demokratie und wachsenden Wohlstand.“ Ins Zentrum rückte Öttinger den Satz aus der Rede des US-Außenministers: „Das amerikanische Volk will dem deutschen Volk helfen, seinen Weg zurückzufinden zu einem ehrenvollen Platz unter den freien und friedliebenden Nationen der Welt.“ – Statt „Versailler Vertrag“ und Reparationen habe es den Marshall-Plan gegeben, sagte der Ministerpräsident.2)Rede von Günther Öttinger

Angesichts der deutsch-amerikanischen Diskrepanzen im Irak-Konflikt beschwor Günther Öttinger das traditionell gute Verhältnis zwischen beiden Staaten und warnte vor Alleingängen.

Beim Festakt sprachen auch die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, die Bundesministerin für Bildung u. Forschung Annette Schavan und der ehemalige US-Außenminister, Herny Kissinger.

Quellen   [ + ]

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