57 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen

Am 5. August 2007 gedachten auf dem Stuttgarter Schlossplatz zahlreiche Menschen des 57. Jahrestags der berühmten Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950. Die Sozialministerin von Baden-Württemberg, Dr. Monika Stolz, würdigte die deutschen Heimatvertriebenen.

Sozialministerin Dr. Monika Stolz
Sozialministerin Dr. Monika Stolz (Foto: Potsblits)

Am 5. August 1950 waren mehr als 150.000 deutsche Heimatvertriebene zur Verkündigung der Charta auf dem Stuttgarter Schlossplatz versammelt. Anlässlich dieses bedeutsamen Gedenktages hielt die Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg, Frau Dr. Monika Stolz, eine Rede.

In dieser Rede betonte sie, dass die Heimatvertriebenen und ihre Vereinigungen eine wichtige Größe im Land Baden-Württemberg sind. Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950 wertete sie als eine herausragende politische und moralische Leistung.1)Charta der deutschen Heimatvertriebenen

Sie kamen aus Lagern und Notunterkünften in der Sorge um Familienzusammenführungen und Kriegsgefangene, in Not und Bedrängnis, aber, der Wirklichkeit der zurückliegenden Jahre zum Trotz, im Geist der Versöhnung.
Dr. Monika Stolz

Die großartige Aufbau- und Eingliederungsleistung der Heimatvertriebenen will das Land Baden-Württemberg zum Jahre 2009 in einer besonderen Landesausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg würdigen.

Diese Ausstellung soll zum Ausdruck bringen, dass die Heimatvertriebenen maßgeblich dazu beigetragen haben, dieses Land zu dem zu machen, was es heute ist: Ein Wirtschaftsstandort wie selten, mit einer lebenswerten Heimat für die Menschen, die hier wohnen.
Dr. Monika Stolz

Sie hob die „Heimat“ als Gegengewicht zu unseren schnell-lebigen Zeit hervor und wer kein Gefühl für Heimat habe, dem fehle etwas. „Heimat ist wohl das Teuerste, was Menschen besitzen“ zitierte sie den schwäbischen Dichter Friedrich Schiller.

Die Vermittlung des Wissens um die Zusammenhänge, Ursachen und Folgen der Vertreibung der Deutschen aus dem Osten habe für das Land Baden-Württemberg eine solche Bedeutung, dass diese Vermittlung sogar verpflichtender Inhalt in den schulischen Lehrplänen des Landes ist.

Der Schülerwettbewerb „Die Deutschen und ihre Nachbarn im Osten“ mit dem Themenschwerpunkt „Flucht und Vertreibung“ im Schuljahr 2006/2007 – durchgeführt vom Haus der Heimat B-W – traf auf reges Interesse der nachwachsenden Generation, die nun plötzlich ihre Großeltern, die viel Not und Leid erleben mussten, besser verstanden und damit einen emotionalen Zugang zu den Geschehnissen des Zweiten Weltkrieges erlangt hätten. Eine neunte Klasse des Friedrich-List-Gymnasium in Reutlingen hatte so z. B. über 11 Unterrichtsstunden hinweg einen Radiobeitrag mit Zeitzeugenerfahrungen gestaltet, der dann auch gesendet wurde.

Die Sozialministerin unterstrich noch einmal die Unterstützung der Landesregierung für das Vorhabens der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ zur Errichtung einer Dokumentations-, Forschungs- und Begegnungsstätte in Berlin, die Vertreibungen ächtet und sowohl das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie auch das anderer europäischer Völker angemessen berücksichtigt.

Aus der Sicht der Landesregierung wäre es mehr als erfreulich, wenn über ein solches „Sichtbares Zeichen“ ein Dialog unserer östlichen Nachbarn mit den Heimatvertriebenen auch eingeleitet werden könnte. Schließlich wird die Zukunft Europas davon abhängen, welches Maß an Vertrauen zwischen seinen Völkern wachsen wird und ob wir die Fähigkeit entwickeln können, gegenseitig Mitgefühl und Verständnis für die Opfer des jeweils anderen Volkes auch zu empfinden.
Dr. Monika Stolz

Quellen   [ + ]

Danke! You've already liked this
0 Kommentare