14. März 1937 – Enzyklika “Mit brennender Sorge”

Vor 70 Jahren, am 14. März 1937, hat Pius XI. die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ unterzeichnet. Ein lehramtliches Schreiben, mit dem sich die Kirche gegen die Ideologie des Nationalsozialismus wandte. Sie stellt eine klare Absage an den Antisemitismus dar, denn Christen sind geistlich betrachtet „Semiten“. Am Palmsonntag 1937 wurde die Enzyklika von so gut wie allen Kirchenkanzeln der katholischen Kirche in Deutschland verlesen.

Johannes Seibel von der Würzburger Tageszeitung „Die Tagespost“ sprach darüber mit Prälat Helmut Moll, dem Herausgeber des gerade aktualisierten zweibändigen Werkes „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“.1)„Die Tagespost“ vom 13.03.2007
Prälat Moll betont, dass Katholiken, die bei der Verbreitung der päpstlichen Enzyklika „Mit brennender Sorge“ empfindlich bestraft wurden, wenn sie in die Fänge der Gestapo gerieten. Z. B. der aus dem Sudetenland stammende Buchhändler Eduard Schlusche, der die Enzyklika in hoher Auflage drucken ließ und geheim nach Schlesien schaffte, damit sie von dort aus im Reich verbreitet werden konnte. 1945 starb Eduard Schlusche im KZ Neuengamme.

Auch der Regensburger Diözesanpriester Augustin Wagner (1898-1945) setzte sich mutig für die Verbreitung der Enzyklika ein. Er versteckte das Rundschreiben im Tabernakel und las es trotz Verbot der Nationalsozialisten von der Kanzel herab dem Volk vor.

Wie er machten es auch andere katholische Priester. Den schlesischen Erzpriester Johannes Guzy (1873-1945) z.B. kümmerte es dabei nicht, dass unbekannte Männer eifrig mitstenografierten.

Papst Pius XI., ist zwar offiziell der Autor von „Mit brennender Sorge“, doch haben verschiedene deutsche Kardinäle bei der Ausarbeitung mitgearbeitet. Vor allem Michael Kardinal Faulhaber (München und Freising), Adolf Kardinal Bertram (Breslau), Karl Josef Kardinal Schulte (Köln) sowie die Bischöfe Konrad Graf von Preysing (Berlin) und Clemens August Graf von Galen (Münster) – unter der Federführung von Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII. Sie alle wussten: Geistlich sind alle Christen Semiten. Antisemitismus und Christentum sind miteinander unvereinbar.

Quellen   [ + ]

1. „Die Tagespost“ vom 13.03.2007
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